Worum geht es beim bewussten Wahrnehmen?
Wir nehmen ständig wahr.
Unser Gehirn filtert unzählige Eindrücke, ohne dass wir es bewusst merken. Geräusche, Stimmungen, Gedanken, Reize – das meiste läuft automatisch ab. Und das ist gut so. Ohne dieses unbewusste Wahrnehmen wären wir permanent überfordert.
Wenn wir hier von Wahrnehmen sprechen, meinen wir jedoch etwas anderes. Wir sprechen vom bewussten Wahrnehmen.
Bewusstes Wahrnehmen heißt, dass ich einen Moment innehalte und registriere, was gerade da ist – ein Gedanke, ein Gefühl, ein Impuls, mein eigenes Verhalten oder eine Situation.
Ein einfaches Beispiel:
Du kommst nach Hause und bist gereizt.
Unbewusst nimmst du diese Spannung zwar wahr, aber du reagierst sofort. Vielleicht wirst du ungeduldig, vielleicht ziehst du dich zurück, vielleicht suchst du Streit.
Bewusstes Wahrnehmen würde bedeuten:
Du hältst einen Moment inne und merkst: Ich bin angespannt.
Mehr nicht. Keine Analyse. Keine Bewertung. Nur dieses Registrieren.
Genau hier beginnt die Methode.
Bevor wir verstehen, annehmen oder handeln, müssen wir überhaupt bemerken, was da ist.