Wahrnehmen oder bewerten – der entscheidende Unterschied
Im ersten Schritt der NUAA-Methode geht es um bewusstes Wahrnehmen. Das klingt einfach, ist im Alltag aber gar nicht so leicht.
Der Grund dafür ist, dass wir oft sehr schnell von der Wahrnehmung in eine Bewertung rutschen – meistens ohne es zu merken.
Was bedeutet Wahrnehmen?
Wahrnehmen heißt zunächst nur: Ich bemerke, was gerade in mir passiert.
Zum Beispiel:
- „Ich bin im Moment richtig genervt.“
- „Ich fühle mich überfordert.“
- „Ich merke eine Anspannung im Körper.“
In diesem Moment beschreibe ich einfach meinen aktuellen Zustand. Ich stelle fest, was da ist. Mehr passiert in diesem Schritt noch nicht.
Was ist eine Bewertung?
Eine Bewertung entsteht, wenn wir beginnen, das Wahrgenommene einzuordnen, zu beurteilen oder zu erklären.
Zum Beispiel:
- „Ich sollte nicht so genervt sein.“
- „Das ist wieder typisch für mich.“
- „So darf ich mich nicht fühlen.“
- „Das ist schlecht.“
Hier passiert bereits etwas anderes: Wir beurteilen das, was wir vorher wahrgenommen haben.
Warum dieser Unterschied wichtig ist
Wenn wir zu schnell in die Bewertung gehen, verlieren wir oft den klaren Blick auf das, was eigentlich gerade passiert.
Die NUAA-Methode beginnt deshalb bewusst mit dem Wahrnehmen.
Erst wenn wir wirklich sehen, was in uns da ist, können wir im nächsten Schritt verstehen, woher diese Gedanken oder Gefühle kommen.
Ein einfacher Merksatz
Wahrnehmen heißt: Ich stelle fest, was gerade da ist.
Bewerten heißt: Ich beurteile, ob das gut oder schlecht ist.
Eine Frage zum Abschluss
Wenn du kurz innehältst und nach innen schaust:
Beschreibst du gerade nur, was du wahrnimmst – oder bist du schon dabei, es zu bewerten?