Wie entstehen Glaubenssätze?
Einleitung
Glaubenssätze entstehen nicht plötzlich. Sie entwickeln sich im Laufe unseres Lebens aus Erfahrungen, Beobachtungen und den Schlussfolgerungen, die wir daraus ziehen.
Immer wenn wir eine Situation erleben, versuchen wir sie zu verstehen. Oft geschieht das ganz automatisch. Wir ziehen daraus innerlich kleine Schlüsse darüber, was diese Erfahrung über uns selbst oder über die Welt aussagt.
Wenn sich bestimmte Erfahrungen wiederholen, können daraus mit der Zeit feste Überzeugungen entstehen.
Zum Beispiel kann ein Mensch nach mehreren gelungenen Erfahrungen denken: „Ich kann das.“
Ein anderer erlebt wiederholt Kritik und entwickelt vielleicht den Satz: „Ich mache es nie richtig.“
Solche inneren Sätze entstehen häufig aus wiederholten Erfahrungen und den Bedeutungen, die wir ihnen geben.
Warum entstehen Glaubenssätze?
Glaubenssätze helfen uns, unsere Erfahrungen einzuordnen. Unser Gehirn versucht ständig, Zusammenhänge zu erkennen und aus Erlebnissen zu lernen.
Innere Überzeugungen können dabei eine Art Orientierung geben. Sie helfen uns, Situationen schneller einzuordnen und Entscheidungen zu treffen.
Manchmal übernehmen Glaubenssätze auch eine Schutzfunktion.
Ein Mensch kann zum Beispiel lernen, dass es einfacher ist, Konflikte zu vermeiden. Daraus kann sich der Gedanke entwickeln: „Ich sollte mich lieber anpassen.“
In bestimmten Situationen kann ein solcher Gedanke helfen, schwierige Erfahrungen zu bewältigen. Deshalb bleiben manche Glaubenssätze lange bestehen.
Wann entstehen Glaubenssätze?
Viele Glaubenssätze entstehen in der Kindheit. In dieser Lebensphase nehmen wir unsere Umgebung besonders intensiv wahr und versuchen zu verstehen, wie wir in die Welt passen.
Doch Glaubenssätze entstehen nicht nur in frühen Jahren.
Auch im Erwachsenenalter können neue Überzeugungen entstehen – zum Beispiel durch prägende Erfahrungen, wiederholte Situationen oder wichtige Lebensereignisse.
Unsere inneren Überzeugungen entwickeln sich also über das gesamte Leben hinweg weiter.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Manchmal tauchen Glaubenssätze in ganz normalen Situationen auf.
Wenn jemand zum Beispiel einen Text schreibt und anschließend Kritik oder Verbesserungsvorschläge bekommt, könnte sich sofort ein innerer Satz melden:
„Ich mache es nie richtig.“
Der Gedanke fühlt sich in diesem Moment oft wie eine Tatsache an. Doch in Wirklichkeit ist es häufig ein Glaubenssatz, der im Hintergrund wirkt.
Solche Sätze beeinflussen dann, wie wir eine Situation wahrnehmen und wie wir uns dabei fühlen.
Warum es wichtig ist, Glaubenssätze wahrzunehmen
Für den ersten Schritt der NUAA‑Methode – Wahrnehmen – ist es hilfreich zu verstehen, dass unsere Gedanken und Reaktionen oft von solchen inneren Überzeugungen beeinflusst werden.
Wenn wir beginnen, unsere eigenen Glaubenssätze zu erkennen, verstehen wir besser, warum wir bestimmte Situationen auf eine bestimmte Weise wahrnehmen oder bewerten.
Das bewusste Wahrnehmen dieser inneren Überzeugungen ist daher ein wichtiger Teil des ersten Schrittes der Methode.